23.06.2006

Durch die Nische zum Erfolg

SPAR & BAU Mieter wechseln weniger häufig ? Neuer Höchststand an Mitgliedern

Zufrieden zieht die SPAR & BAU Bilanz. Die Vertreterversammlung hatte gestern Abend über eine Erhöhung der Dividende auf sechs Prozent zu beschließen.

WILHELMSHAVEN - "Die großen Herausforderungen der Zukunft können kommen," sagen Peter Hohmann und Dieter Wohler, Vorstandsmitglieder der Wilhelmshavener Spar- & Baugesellschaft. Der Vertreterversammlung konnten sie gestern Abend einen Geschäftsbericht präsentieren, der die selbst gesteckten Erwartungen voll erfüllte.
Die Zufriedenheit kam nicht nur in schönen Worten zum Ausdruck. Vorstand und Aufsichtsrat schätzten die Lage so positiv ein, dass sie erstmals in der Geschichte der 1893 gegründeten Genossenschaft den Anteilseignern eine Dividende von sechs Prozent (üblich sind vier Prozent) ausschütten wollen. Dazu musste der Weg per Satzungsänderung frei gemacht werden. Gleichwohl soll dies eine einmalige Aktion bleiben.
Mit 51,9 Millionen Euro wuchs die Bilanzsumme im vergangenen Jahr um 1,5 Millionen. Um die gleiche Summe konnte auch das Eigenkapital auf 32,6 Millionen erhöht werden. Der Jahresüberschuss beträgt rund 1,34 Millionen Euro. Den Vertretern wurde vorgeschlagen, 1,17 Millionen in die Rücklage einzustellen.
Ein Kapital, auf das die Genossenschaft bauen kann, sind ihre Mitglieder. 7.443 waren es im vergangenen Jahr, so viele wie lange nicht mehr, vermerkt der Vorstand stolz. Nur knapp die Hälfte der Mitglieder sind auch Mieter. Die anderen haben ihre Anteile behalten, nachdem sie Eigentum erworben oder fortgezogen sind.
Die Fluktuation der Mieter ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Die Wechselrate von 10,89 Prozent sei im Vergleich zu anderen Wohnungsunternehmen erfreulich niedrig, so Hohmann. 271 neue, davon mehr als die Hälfte jüngere Mieter konnten begrüßt werden.
Wohnungsleerstand ist für die Spar & Bau nach eigenen Angaben kein Thema. Im Jahresdurchschnitt standen 21 Wohneinheiten leer. Die Vermietungsquote von 99,3 ist für Hohmann und Wohler "beinahe eine Traumquote". Selbst in der Südstadt gebe es kaum Probleme. Bei jüngeren Neubürgern mit Großstadt-Erfahrung sei dieses Quartier durchaus gefragt,
Allerdings will die SPAR & BAU die Hände dennoch nicht in den Schoß legen. Nur gute Wohnungen sind auf dem vom Bevölkerungsrückgang geprägten Wilhelmshavener Wohnungsmarkt konkurrenz- fähig.
"Die Gesellschaft wird älter, die Familien werden kleiner und die Lebensformen vielfältiger", so der SPAR & BAU Vorstand. Die Wohnung von der Stange hat ausgedient. Es gelte, Nischen zu besetzen.
Deshalb setzt die Genossenschaft weiterhin auf den Neubau. Das erste Mehrfamilienhaus am Großen Hafen soll Ende November bezugsfertig sein. Die 13 Wohnungen seien vergeben, weitere 67 Bewerber stünden auf der Warteliste, so Hohmann. Deshalb soll der zweite Bauabschnitt auf dem 7.500 Quadratmeter großen Grundstück im Bereich des Wassertanks an der Weserstraße im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Gleichwohl soll die Instandsetzung und Modernisierung des Bestanden nicht vernachlässigt werden, 6,7 Millionen Euro wurden dafür im abgelaufenen Jahr aufgebracht. Mehr als 100 Wohnungen wurden komplett umgebaut, sechs zu Vier-Zimmer-Wohnungen zusammengelegt. In diesem Jahr sollen die Anstrengungen verstärkt werden. Acht Millionen Euro sind dafür veranschlagt.